90 spannende Minuten, die unfassbar an den Nerven gezerrt haben! Drittligist Rot-Weiss Essen schlägt im Relegations-Hinspiel den Zweitligisten Fürth mit 1:0. Ein Traum-Freistoß in den rechten Winkel von Torben Müsel (26) aus rund 20 Metern lässt den Pott-Klub vom Aufstieg träumen …
An der Seitenlinie geben die beiden Trainer Vollgas, stehen unter Dauerstrom! Essens Uwe Koschinat (54) und Heiko Vogel (50/Fürth) schimpfen abwechselnd wie die Rohrspatzen mit dem schwachen Schiri Daniel Schlager (36), der vor allem beim Verteilen der Gelben Karten häufig daneben liegt.
Auch nach Abpfiff haben sich die Gemüter noch nicht beruhigt, Koschinat und Vogel scheinen voller Adrenalin zu sein – irrer Trainer-Zoff nach Relegation!
Vogel wartet vergeblich auf Koschinat
Vogel steht in den Katakomben zwischen beiden Mannschaftskabinen und wartet auf Koschinat, um – wie üblich – die gemeinsame Pressekonferenz starten zu können. Die Minuten vergehen, doch der RWE-Trainer lässt sich zunächst nicht blicken. Dann taucht er doch auf – geht aber nicht Richtung Vogel oder Medienraum, sondern in den Innenraum des Stadions. Ob Koschinat Vogel in diesem Moment überhaupt bemerkt oder ihn schlicht unabsichtlich übersieht: unklar!
Vogel schüttelt ungläubig den Kopf, stapft Richtung Pressekonferenzraum und sagt: „Wenn der jetzt noch seine ganze Familie grüßen muss, dann fangen wir halt schon an!“ Gesagt, getan – Vogel beantwortet im Eingangsbereich, und nicht auf dem Podium neben seinem Trainerkollegen, geduldig die Journalisten-Fragen.
Koschinat sitzt allein auf dem Podium
Dann wird es noch kurioser: Plötzlich taucht auch Koschinat auf, geht dicht an Vogel vorbei, der im Eingangsbereich des Medienraums weiterhin seelenruhig Fragen beantwortet. Der Essen-Trainer nimmt auf dem Podium Platz und erwartet, dass Vogel sich nun dazugesellen würde. Doch der denkt gar nicht daran, steht weiterhin plaudernd im Eingang.
Etwa drei Minuten sitzt Koschinat verloren auf dem Podium vor rund 30 Journalisten, schaut immer wieder verdutzt zu Vogel. Ein Mitarbeiter der Essener Medienabteilung geht schließlich zu dem Fürth-Coach und fragt: „Können wir anfangen?“ Trockene Vogel-Antwort: „Ich habe auch auf Euch warten müssen – jetzt wartet Ihr!“ Nachfrage des RWE-Mitarbeiters: „Wie lange denn?“ Vogel kühl: „Weiß ich nicht. Das kommt darauf an, wie viele Fragen es hier noch an mich gibt!“
Alu-Pech für Fürth: Traum-Freistoß lässt Essen träumen
Dienstag treffen sich beide Trainer wieder
Vogel zieht seine „private“ Pressekonferenz eiskalt durch. Erst nach drei weiteren und langen Minuten macht sich der Fürther auf den Weg zum Podium und dem wartenden Koschinat – die OFFIZIELLE Pressekonferenz kann beginnen. Dort lassen sich beide dann nichts mehr anmerken, spulen professionell ihre Programme ab. Am Ende verabschieden sich die Trainer mit einem sportlichen Händedruck.
Schon Dienstag (20:30 Uhr/Sat.1 und Sky) sehen sich Koschinat und Vogel im Relegations-Rückspiel in Fürth wieder. Nach Abpfiff wird definitiv einer von beiden der große Verlierer sein – ob es dann wieder Trainer-Zoff gibt?




