Letztes Jahr war McLaren in der Formel 1 das Maß aller Dinge. Stellte mit Lando Norris (26) den Weltmeister. Und fuhr zum zweiten Mal in Folge den Konstrukteurs-Titel ein. 2026 läuft es dagegen noch gar nicht rund. Der Große Preis von Kanada in Montreal am Sonntag wurde sogar zum Desaster.
Eigentlich war das Rennen schon vor dem Start gelaufen. Denn das Team um Boss Andrea Stella (55) entschied sich für Regenreifen auf beiden Autos. Die Vorhersage hatte starke Schauer angekündigt und tatsächlich tröpfelte es zur Startzeit auch leicht. So leicht, dass alle anderen Fahrer auf den ersten acht Startplätzen auf weiche Reifen setzten.
Oscar Piastri (25) erkannte den Fehler noch vor dem Start, forderte über Funk, für einen Wechsel in die Box kommen zu dürfen. Das Team lehnte ab – vorerst. Nach der ersten Runde gab es dann Slicks. Norris kam eine Runde später rein, auch er wurde seine Intermediates los. Mit dem Rennausgang haben die Papayas danach nichts mehr zu tun. Piastri landet auf Platz 11, Norris schafft es wegen eines Getriebeschadens nicht ins Ziel.
Stella nach dem Rennen bei „Sky“: „Wir müssen bis fünf Minuten vor dem Rennstart entscheiden, welche Reifen wir nehmen. Zu dem Zeitpunkt war die Strecke noch rutschig, sie trocknete dann aber sehr schnell. Als der Regen aufgehört hatte, war uns klar, dass unsere Entscheidung nicht richtig war.“
Mercedes-Boss Toto Wolff (54): „Über die Entscheidung haben wir uns gewundert. Vor allem, dass sie beide Fahrer auf Intermediates haben starten lassen.“
Ralf Schumacher lobt: Kimi Antonelli könnte Max Verstappen beerben
Über das Duell seiner beiden Fahrer George Russell (28) und Kimi Antonelli (19) sagt der Österreicher: „Wir haben ja gesagt, wir lassen sie frei fahren. Aber dann wurde mir immer heißer und heißer. Ich hätte mir gewünscht, dass sie sich ein bisschen zurücknehmen, aber das haben sie nicht gemacht.“
Antonelli gewann das Rennen in Montreal, holte seinen vierten Sieg in Folge. Für Russell war in Runde 30 Schluss – das Auto hatte sich einfach abgeschaltet.
Sky-Experte Ralf Schumacher (50) lobt den Sieger: „Er geht den nächsten Schritt, will das Team anführen. Er gibt Russell keine Gelegenheit, zu atmen. Ich sehe in ihm einen möglichen Nachfolger von Max Verstappen.“
Und noch einen Gewinner gab es in Montreal: Lewis Hamilton (41). Der Ferrari-Pilot wurde Zweiter, holte sein erstes Podium für das Team nach seinem Wechsel vor der letzten Saison. Der Brite hatte seine Mutter Carmen Larbalestier als Glücksbringer dabei: „WIr haben uns ein Apartment gemietet, Filme geschaut und uns einfach unterhalten. Es war toll.“
Nach dem Zieleinlauf strahlte er: „Ein toller Tag, ich bin sehr glücklich. Ich liebe diesen Job, er ist einfach der beste der Welt. Ich glaube, das Team klickt jetzt, ich fühle mich viel wohler im Auto.“




