Dritte Liga
Stand: 12.04.2026 15:43 Uhr
Der VfL Osnabrück hat einen Riesenschritt in Richtung Aufstieg in die zweite Fußball-Bundesliga gemacht. Die Niedersachsen schlugen am Sonntagnachmittag den FC Energie Cottbus im Drittliga-Topspiel mit 1:0 (0:0) und haben nun sieben Zähler Vorsprung auf den Tabellendritten.
von Hanno Bode
Ismail Badjie ließ die Bremer Brücke mit seinem Treffer in der 50. Minute beben. In einer chancenarmen Partie verteidigte das Team von Trainer Timo Schultz den Vorsprung anschließend leidenschaftlich. Bereits zum 18. Mal spielten die “Lila-Weißen” zu null. Fünf Runden vor dem Saisonfinale stehen die Zeichen in Osnabrück auf Kühlschrank füllen. Und zwar mit Aufstiegssekt.
Schultz: “Sind noch nicht am Ziel”
Schultz wird den Besuch beim Getränkehändler seines Vertrauens allerdings noch aufschieben, wie er im NDR Interview verriet. “Bei aller Euphorie: Wir sind noch nicht am Ziel. Das dürfen wir nicht vergessen”, sagte der Coach.
Für ihn zählt vor dem Prickelwasser-Einkauf erst einmal die kommende Partie am Sonnabend (14 Uhr) beim FC Ingolstadt: “Wir müssen in Ingolstadt gewinnen. Das kann sich mit der Drei-Punkte-Regel alles ganz schnell drehen.”
Frühes Aus für Osnabrücks Topscorer Kehl
Das Topspiel des 33. Spieltags, es beinhaltete auch das Duell zwischen “Poldi” und dem “Panzer”. So nämlich sind die Spitznamen der erfolgreichsten Torschützen beider Teams. Und schon früh bot sich “Panzer” Erik Engelhardt die Chance, an alter Wirkungsstätte das 1:0 zu erzielen. In der achten Minute kam der 27-Jährige, der im Januar des vergangenen Jahres von der Bremer Brücke in die Lausitz gewechselt war, frei zum Kopfball, verfehlte aber das Ziel.
Es war der einzige nennenswerte Abschluss von Engelhardt vor der Pause. Und was machte “Poldi” Robin Meißner? Osnabrücks treffsicherster Angreifer kam seinem 14. Saisontor vor der Pause kein einziges Mal auch nur annähernd nah.
Das gründete womöglich auch auf der frühem verletzungsbedingten Auswechslung von Top-Scorer Lars Kehl, der bereits nach 14 Minuten humpelnd das Feld verlassen musste.
Jonsson verhindert VfL-Rückstand
Ohne den Mittelfeldmann, der in dieser Saison an 18 Treffern direkt beteiligt war, hatte der VfL Probleme, gefährliche Angriffe zu initiieren. Aus dem Spiel heraus gelang den Niedersachsen im letzten Drittel des Feldes nur wenig.
Cottbus agierte etwas zwingender und besaß durch Tolcay Cigerci, der an Keeper Lukas Jonsson scheiterte (16.), nach Engelhardts Möglichkeit zu Beginn eine weitere gute Gelegenheit.
Wollitz-Frust über schlampige Angriffe
Zudem ärgerte sich Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz nachvollziehbarerweise über den einen oder anderen im Ansatz guten, dann aber sehr schlecht ausgespielten Angriff seiner Elf. So endete Abschnitt eins torlos.
“Ich finde, dass es ein sehr ausgeglichenes Spiel ist. Beide Seiten haben ihre Halbchancen. Es ist ziemlich viel hin und her. Das müssen wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen anpassen, strukturierter werden”, sagte VfL-Verteidiger Niklas Wiemann vor dem Gang in die Kabine im NDR Interview.
Badjie trifft per Flachschuss zum 1:0
Die Sache mit dem “strukturierter werden” klappte dann kurz nach dem Seitenwechsel auch vorzüglich. Denn das Zustandekommen des 1:0 war sehenswert. Allerdings leitete der Energie-Verteidiger King Manu den Osnabrücker Angriff mit einem verunglückten Kopfball in die Füße von Frederik Christensen unfreiwillig ein.
Der Däne lief die Linie runter, passte flach in den Strafraum zu Badjie, der mit der Innenseite ins kurze Eck zur Führung traf. Es war der siebte Saisontreffer für den 20-Jährigen, der für den verletzten Kehl eingewechselt worden war.
VfL glänzt durch herausragende Abwehrarbeit
Cottbus erhöhte umgehend die Schlagzahl und versuchte, ein Power Play aufzuziehen. Doch gegen sehr diszipliniert und kompakt verteidigende Osnabrücker kamen die Gäste nur selten ins Kombinieren.
Die beste Ausgleichschance resultierte nicht von ungefähr aus einem Eckstoß. Manu kam frei zum Kopfball, verfehlte aber aus wenigen Metern das Ziel (68.). Tor mitverschuldet, Tor knapp verpasst: Es war nicht der Tag des früheren Hansa-Rostock-Verteidigers.
Wohl aber der Tag des VfL, der sich den Erfolg durch eine enorm intensive Arbeit gegen den Ball verdiente. Dass der Tabellenführer fußballerisch schon überzeugendere Vorstellungen in dieser Saison als gegen Cottbus zeigte, es dürfte allen mit einem “lila-weißen” Herz am Sonntagnachmittag ziemlich egal gewesen sein.



