Saarbrücken/Meuselwitz – Der beim Auswärtsspiel des FC Hansa Rostock in Saarbrücken tödlich verunglückte Fan war ein beliebter Amateur-Schiedsrichter aus Meuselwitz (Thüringen). Auf der Facebook-Seite der Ostthüringer Referees heißt es: „Völlig fassungslos und zutiefst traurig muss ich euch leider mitteilen, dass ein langjähriger Schiedsrichter und toller Mensch nicht mehr unter uns ist.“
Weiter heißt es: „Moritz, danke für deine Einsätze auf den Sportplätzen und deine tolle und fröhliche Art! Wir werden dich sehr vermissen und dir stets ein ehrenvolles Andenken bereiten.“ Die Klubs im Osten des Freistaats wurden gebeten, bei den Spielen am Wochenende eine Gedenkminute einzulegen.
Ob es auch beim Thüringenpokal-Finale am Samstag (11.30 Uhr) zwischen Carl Zeiss Jena und dem ZFC Meuselwitz zu einer Schweigeminute kommt, ist noch unklar. Auf BILD-Anfrage erklärte TFV-Sprecher Felix Böhm: „Wir haben jetzt erst einmal Kontakt zum ZFC aufgenommen und wollen schauen, wie nah der Fan dem ZFC stand und ob von deren Seite eine solche Gedenkminute gewünscht ist.“
ZFC Meuselwitz plant besondere Würdigung
Der 37-Jährige war am vergangenen Wochenende beim Spiel der Rostocker in Saarbrücken aus großer Höhe gestürzt und hatte dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Ärzte kämpften um sein Leben. Am Donnerstagabend dann die traurige Gewissheit: Moritz erlag seinen schweren Verletzungen. Das Unglück hatte in der Fanszene und weit über den Fußball hinaus große Betroffenheit ausgelöst.
ZFC-Boss Hubert Wolf versprach, Moritz zu würdigen: „Die Fans, mit denen er unsere Spiele immer besucht hat, haben ein Banner vorbereitet. Dazu haben wir ein Gedenktrikot anfertigen lassen, das in unserem Vereinsheim hängen wird“, sagt er. Wolf kannte den Fan, der über 25 Jahre die Heimspiele des ZFC besucht hatte. „Zuletzt war er sehr viel als Groundhopper unterwegs“, erzählt er. Vor einem Jahr war Moritz auch beim Pokalsieg des ZFC dabei und durfte sogar den Thüringenpokal in den Himmel heben. In diesem Jahr wird er fehlen.
Seine Freunde haben eine GoFundMe-Kampagne ins Leben gerufen, um die Familie zu unterstützen. Knapp 2300 Euro waren bis Freitagnachmittag bereits zusammengekommen.
Nach Auswertung von Überwachungsvideos und Zeugenaussagen geht die Polizei von einem tragischen Unglück aus. Demnach kletterte der Mann kurz vor Spielende auf den Zaun der Gästetribüne, verlor am oberen Ende das Gleichgewicht und stürzte ab. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es laut Polizei nicht.


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